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MENSCHENRECHTE: Mit Bildungsarbeit zum Erfolg

Von Ravi Kanth Devarakonda

Genf (IPS) – In einer Zeit eskalierender Konflikte und schwerer Menschenrechtsverletzungen ist Menschenrechtsbildung kein leichtes Unterfangen. Doch der Ansatz einer Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Japan, die Menschen zu globalen Bürgern zu erziehen, wird als durchaus erfolgversprechend betrachtet.

Zwei Veranstaltungen am Rande der letzten Sitzungsperiode des UN-Menschenrechtsrates vom 8. bis 26. September markierten den Beginn einer viel versprechenden Kampagne: Auf der ersten wurde die Web-Initiative des Menschenrechtsrats 'Das Recht auf Menschenrechtsbildung' vorgestellt. Die zweite drehte sich um die Menschenrechtsbildung von Medienschaffenden.

Dieser Workshop für Journalisten geht auf eine Initiative der NGO-Arbeitsgruppe für Menschenrechtsbildung unter dem Vorsitz von 'Soka Gakkai International' (SGI) zurück, einer buddhistischen Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Japan, die sich für die Abschaffung von Atomwaffen, für nachhaltige Entwicklung und Menschenrechtsbildung einsetzt.

"Das ist das erste Mal, dass die NGO-Arbeitsgruppe für Menschenrechtsbildung und –wissen mit der Sieben-Länder-Gruppe, die die Plattforum für Menschenrechtsbildung und –training vertritt, einen Medienworkshop organisiert", meinte Kazunari Fujii, der SGI-Vertreter in Genf.

Menschenrechtskultur

Fujii setzt sich zusammen mit anderen Menschenrechtsaktivisten in Genf dafür ein, mehr Unterstützung für Menschenrechtsbildung und –kampagnen zu mobilisieren. "Mit der Förderung von Menschenrechtsbildung will SGI eine Menschenrechtskultur fördern, die in erster Linie der Prävention von Verbrechen dient", betonte er zum Abschluss des Workshops am 16. September.

"Der Schutz der Menschenrechte ist nicht nur ein Kernziel der UN-Charta. Ebenso wichtig ist es, dafür zu sorgen, Menschenrechtsverbrechen zu verhindern", betonte er. Bezugnehmend auf die zentrale Botschaft des SGI-Vorsitzenden Daisaku Ikeda, eine "Menschenrechtskultur" zu schaffen, unterstrich Fujii die Notwendigkeit, eine Solidargemeinschaft zur Unterstützung der SGI-Ziele aufzubauen.

Der Menschenrechtsrat hatte sich auf seiner letzten Sitzungsperiode mit den schwärenden Konflikten in verschiedenen Teilen der Welt befasst. "Aus der Menschenrechtsperspektive heraus sollte es eine Priorität der internationalen Gemeinschaft sein, ein Ende der zunehmend ineinanderfließenden Konflikte im Irak und in Syrien herbeizuführen", betonte der neue UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Zeid Ra’ad Al Hussein.

"Insbesondere müssen Maßnahmen ergriffen werden, um religiöse und ethnische Gruppen, von Zwangsrekrutierung und sexueller Gewalt bedrohte Kinder und Frauen, die zur Zielscheibe schlimmer Restriktionen geworden sind, zu schützen", erklärte Al Hussein in seiner Rede vor dem Rat.

"In einem zweiten Schritt gilt es, wie von meiner Amtsvorgängerin [Navanetham Pillay] mehrfach gefordert, die Ahndung schwerer Menschenrechtsverletzungen und internationaler Verbrechen sicherzustellen", fügte er hinzu. "Die Straflosigkeit wird nur zu weiteren Konflikten und Übergriffen führen, da sie Rachefühle schürt und die falsche Botschaft sendet."

Al Hussein, ein Mitglied der jordanischen Königsfamilie, ist der Meinung, dass der Menschenrechtsrat die unterschwelligen Faktoren der Krisen angehen muss. Dazu zählte er die "korrupten und diskriminierenden politischen Systeme, die zur Entrechtung weiter Teile der Bevölkerung führten, sowie die "politischen Führer, die die zivilgesellschaftlichen Akteure unterdrückt oder angegriffen haben".

Der neue Chef des Menschenrechtsrates forderte zudem, die "fortgesetzte Diskriminierung und Straffreiheit", die den israelisch-palästinensischen Konflikt begleiten, zu beenden. Die letzte Krise hat 2.131 Palästinensern inklusive 1.473 Zivilisten das Leben gekostet, darunter 501 Kindern. Auf Seiten Israels starben 71 Personen.

Auf der Sitzung des Menschenrechtsrats wurde auch über grundlegende wirtschaftliche und Existenzrechte diskutiert, die Eingang in die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen finden sollen, sowie über die weltweite Flüchtlingskrise, die Festnahme von Asylsuchenden und Migranten einschließlich Kindern in den USA.

Menschenrechtsbildung für Journalisten

"Die Menschenrechtsverletzungen und die Misere der indigenen Völker sind sicherlich ebenfalls wichtige Themen, die wir angehen müssen", meinte Fujii. "Doch ist es von zentraler Bedeutung, dass wir erkennen, wie wichtig es ist, bei denjenigen Medienvertretern und Journalisten, die ausnahmslos ins Schützenfeuer der Konflikte geraten, ein Bewusstsein für Menschenrechtsbildung zu schaffen."

Auf dem Workshop nutzten etliche Reporter nicht nur die Gelegenheit, um ihre persönlichen Erfahrungen zu schildern, sondern auch, um sich zu informieren, wie sie die Menschenrechte in einem Konflikt wie im Irak einhalten können, wo sie die Besatzungstruppen begleiten. "In Begleitung von Soldaten ist das für uns sehr schwierig", sagte Oliver Rizzi Carlson vom Vereinigten Netzwerk junger Menschen für den Frieden.

Was die internationale Menschenrechtsbildung angeht, würdigte Fujii, dass viele Menschenrechtsgruppen für ihre Unterstützung der Kampagne für Menschenrechtsbildung gewonnen werden konnten. "Die Solidarität innerhalb der Zivilgesellschaft und die zunehmende Anerkennung unserer Arbeit durch Mitgliedstaaten hat sich ausgezahlt. Die Bildung einer Koalition aus 14 Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International und SGI im letzten Jahr ist eine wichtige Entwicklung zur Stärkung unserer Kampagne."
(IPS Deutscher Dienst | Karina Böckmann | 02.10.2014)

Original <> http://www.ipsnews.net/2014/09/promoting-human-rights-through-global-citizenship-education/